Warnung am Display Reifendruckkontrollsysteme werden zur Pflichtausstattung im Neuwagen



















(djd). Wenn Autoreifen buchstäblich die Puste ausgeht, kann dies gefährlich werden: Bei einem zu niedrigen Reifenfülldruck, etwa in Folge eines schleichenden Luftverlusts, ist das Fahrzeug in Extremsituationen unter Umständen nicht mehr beherrschbar. In jedem Fall steigt durch den falschen Fülldruck der Kraftstoffverbrauch und der Reifenverschleiß nimmt zu. Für ein Plus an Sicherheit und für mehr Sparsamkeit sollen sogenannte Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) sorgen. Ab dem 1. November 2014 gehören die Systeme für alle Erstzulassungen in der EU (Fahrzeuge der Klasse M1) zur Pflichtausstattung.

Bei Druckverlust unverzüglich Werkstatt aufsuchen

Damit Autoreifen für eine sichere Haftung sorgen, benötigen sie Aufmerksamkeit. Die Profiltiefe sollte ebenso regelmäßig überprüft werden wie der Fülldruck. „Ein Nachmessen des Reifenfülldrucks empfiehlt sich mindestens alle 14 Tage. Die Erfahrung zeigt aber, dass viele Autofahrer dies vernachlässigen“, sagt Philip von Grolman von ReifenDirekt.de. Die EU-weite RDKS-Pflicht für Pkw und Wohnmobile soll deshalb Abhilfe schaffen. Tritt ein Druckverlust auf, sieht der Fahrer eine Warnung im Display. „In diesem Fall sollte man unverzüglich eine Werkstatt aufsuchen oder das Fahrzeug abstellen und einen Pannenservice rufen, da ansonsten die Fahrsicherheit nicht mehr gegeben ist“, betont Philip von Grolman.

Höherer Wartungsaufwand

Mit dem Sicherheitsextra steigt indes der Wartungsaufwand. So müssen bei Fahrzeugen, die mit einem direkten RDKS ausgestattet sind, bei jedem Reifenservice auch die Sensoren überprüft werden – dies gilt auch für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Von Grolman rät von der Eigenmontage der Reifen bei diesen Fahrzeugen ab: „Aufgrund der komplexen Technologie empfiehlt sich der Besuch einer Fachwerkstatt, die über Spezial- und Programmierwerkzeug verfügt.“ Auch Reifenreparaturen etwa mit Pannensprays sollten Autofahrer bei einem direkten RDKS vermeiden. Durch die Verwendung der Pannenhelfer kann es zu chemischen Reaktionen kommen, die den Sensor und den Reifen beschädigen.

RDKS-Systeme im Vergleich

(djd). Direkte oder indirekte Reifendruckkontrollsysteme (RDKS): Beide Varianten mit ihren jeweiligen Vorteilen werden von den Fahrzeugherstellern genutzt. Bei direkten Systemen wird der Druck mit Sensoren in jedem Reifen kontrolliert. Das Resultat ist eine sehr genaue Datenerfassung, verbunden indes mit Mehraufwand bei Wartung und Reifenwechsel. Das Aufziehen neuer Pneus oder der Umstieg von Sommer- auf Winterreifen gehört am besten in Profihände. Indirekte Systeme bedienen sich vorhandener Sensoren, etwa von ESP und ABS, und ermitteln den Reifendruck über die Reifendrehzahl. Dieses Verfahren gilt als ungenauer, erfordert indes keinen zusätzlichen Aufwand beim Reifenwechsel. Mehr Informationen gibt es unter http://www.reifendirekt.de/reifendruck-kontrollsystem.html.

Veröffentlichung 21.07.2014